psychologie-parapsychologie.com

 

Transsexualität

Ein Mann wünscht sich im Körper einer Frau zu leben, bzw. eine Frau endlich im Körper eines Mannes leben zu dürfen. Hier sprechen wir von Transsexualität. Über lange Jahre versuchte man den Betroffenen ihr Verlangen bezüglich der Wahrnehmung ihrer eigenen Geschlechtsidentität auszureden. Heute haben wir die Möglichkeiten der hormonellen und operativen Unterstützung, um das Leben in der anderen Geschlechterrolle realisieren zu können. Ebenso ist nach dem Transsexuellengesetz mit Hilfe im Bezug auf den sozialen Rollenwechsels (Vornamenänderung, Personenstands Änderung) zu rechnen.
 

Die Geschlechtsidentitätsstörung 

Unter Transsexualität leiden mehr Menschen als man annimmt. Um die 60.000 Menschen in der BRD haben sich mittlerweile geoutet. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. Transsexualität, oder auch Transgender bedeutet, dass eine Frau oder ein Mann sich im falschen Körper gefangen fühlen.

Die Betroffene Person hasst den Körper in dem sie sich zurzeit befindet, möchte ausbrechen und endlich ihre wahre Identität leben.

Die Transsexualität, auch Geschlechtsidentitätsstörung genannt, wird meist schon in der Pubertät wahrgenommen. Viele spüren nun deutlich, dass sie im "falschen Körper leben". Gerade in dieser Zeit nimmt man deutlich wahr,  in welche Richtung man sexuell orientiert ist. Deshalb tun es viele Therapeuten als "pubertäre Orientierung" ab, wenn ein Jugendlicher mit seinem wirklich innigen Anliegen zu ihm geht. Die innere Zerrissenheit die in einem Transsexuellen fortwährend besteht, ist durchaus ernst zu nehmen und hat nichts mit einer „pubertären Laune“ zu tun. Die transsexuelle Person leidet sehr unter dem Gefangensein im falschen Körper und erst nach einer hormonellen Behandlung oder  einer Geschlechtsangleichung, wird sie wirklich beginnen frei und glücklich zu leben.

Transsexualität ist eine in Deutschland anerkannte psychologische Erkrankung. Eine Geschlechtsangleichung (umgangssprachlich auch fälschlicherweise Geschlechtsumwandlung genannt) kann also durch zwei Gutachten zweier verschiedener Psychologen durchgeführt werden. Beide Psychologen müssen den Betroffenen genau prüfen. Der so genannte Alltagstest soll dabei helfen eine höchstmögliche Sicherheit zu bekommen.

Dieser Alltagstest beinhaltet die Aufgabe, dass der Betroffene etwa ein Jahr in der Geschlechtsrolle lebt, in der er sich zu Hause fühlt. Der Transsexuelle lebt nun ein Jahr lang, sein wahres Ich, in der für ihn passenden Geschlechtsrolle Es wird empfohlen begleitend während dieser Zeit eine Psychotherapie durchzuführen, damit eventuell aufkommende Probleme, zusammen mit dem Therapeuten, gelöst werden können. Besteht die Gefahr, dass der Betroffene den Arbeitsplatz aufgrund des Projekts gefährdet sieht, kann unter diesen besonderen Umständen, der Alltagstest auch ausgelassen werden.

Vor einer Geschlechtsangleichung müssen über einen Zeitraum von mindestens 6 - 12 Monaten Hormone verabreicht werden. Diese müssen ein Leben lang eingenommen werden, je nach körperlicher Voraussetzung, alle 2-4 Wochen. Bei einem männlichen Betroffenen verabreicht man weibliche Hormone, wobei der Haarwuchs / Bartwuchs nachlässt und es zu einer deutlichen Stimmänderung kommt. Ebenfalls verändert sich die Fettverteilung des Körpers.

Juristisch gesehen ist eine Geschlechtsangleichung nur dann vorzunehmen und genehmigt, wenn die Gutachten von zwei unterschiedlichen Psychologen vorliegen und genau durchgearbeitet wurden. Hier gilt dann das Transsexuellengesetz (TSG), das am 10.09.1980 eingeführt wurde. Nach der Geschlechtsangleichung sollte der Vorname des Betroffenen geändert werden. Liegen auch die Vorrausetzungen nach §8 TSG vor, wird dann die Abstammungsurkunde, Führerschein usw. dementsprechend geändert, sprich eine Personenstandsänderung durchgeführt.

Leider wird in unserer Gesellschaft diese Krankheit sehr häufig als Perversität abgetan. Man bringt sie eventuell in Verbindung mit albernen Travestie-Shows. Doch die allerwenigsten möchten in irgendeiner Form auffallen, sondern nur ihre wahre Identität leben.

Schon in der Kindheit kann es zu tiefgründigen Hinweisen kommen, die zum Nachdenken anregen sollten:
Nehmen wir als Beispiel den kleinen Jungen, der sich überhaupt nicht dazu "berufen" fühlt sich zu schlagen, typische Jungenstreiche zu spielen oder auch nur, im Kindes-/Jugendlichenalter, mit Jungs zusammen etwas zu unternehmen. Stattdessen unterhält er sich vermehrt mit Mädchen, nimmt heimlich den Schminkkasten der Mutter, trägt deren Strümpfe oder ähnliches und fühlt sich dabei richtig wohl.

Natürlich heißt das noch lange nicht, dass ein Junge der sich so verhält, zwingend transsexuell ist. Doch wenn man etwas mehr hinterfragt, sich mit der Psyche des Jungen auseinandersetzt bemerkt man schon, dass etwas nicht stimmt. Allerdings geschieht gerade dies viel zu selten. Eher wird man den Jungen in Mädchenkleidern und mit Lippenstift meiden, statt sich wirklich eingehend mit ihm zu beschäftigen.

Diese traurige Situation sollte uns allen zu denken geben.

 

Unterschiede zwischen Transvestitismus, Transsexualität / Transgender

Der Transsexuelle empfinde sein biologisches Geschlecht im Widerspruch dazu, wie er sich selbst erlebt. Er fühlt sich wie eine Frau, die in einem Männerkörper geboren wurde. Häufig führt der Weg zur operativ Geschlechtsumwandlung. Männer mit diesem Empfinden haben es nicht leicht, in dieser geschlechts- und rollenorientierten Welt zu leben, in die man nur als Standardmuster passt.

Transvestiten empfinden es als besonders erregend, die Kleider des anderen Geschlechts zu tragen (so genanntes Cross-Dressing). Für Transsexuelle ist das eher normal und entspannend. Transvestiten haben hingegen eine fetischistische Beziehung zu Kleidungsstücken des anderen Geschlechts. Sie erreichen eine befriedigende Sexualität oft nur in Verbindung mit der entsprechenden Verkleidung.

Transgender (von lat. trans, jenseitig, darüber hinaus und engl. gender, [soziales] Geschlecht) ist eine Bezeichnung für Menschen, deren Identitätsgeschlecht nicht ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen entspricht, oder deren Geschlechtsrollenpräsentation von den ihrem zugewiesenen Geschlecht offen stehenden Rollen abweicht. Eine andere häufige Definition ist: "Menschen, die sich mit ihrem zugewiesenen Geschlecht falsch oder unzureichend beschrieben fühlen".

 

psychologie-parapsychologie.com