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Die Entstehung von Paraphilien

Lernpsychologen nehmen an, dass Paraphilien im Sinne der klassischen Konditionierung erlernt werden. Ein junger Mann z. B. erlebt sexuelle Erregung bei einer bestimmten Frau. Sie ist für ihn nicht erreichbar, wohl aber ein Kleidungsstück von ihr. Wenn es nun zu einer sexuellen Handlung (z. B. Masturbation) und gleichzeitigen Phantasien um diese Frau kommt, die sexuell erregend sind, so wird nach einiger Zeit das Kleidungsstück allein, auch ohne sexuelle Phantasien, zu sexueller Erregung führen. Durch das positive Erlebnis des Orgasmus wird diese Handlung unmittelbar positiv verstärkt und gefestigt. Wenn dann noch zusätzlich durch ungeschickte Kontaktaufnahme zu einem Partner sexuelle Kontaktversuche scheitern (und das ist bei sexuell Devianten oft der Fall), und damit sozusagen negativ belohnt werden, dann wird das Sexualverhalten noch weiter in die deviante Richtung geformt.

Der Begriff Paraphilie (von griech. para: daneben und philia: Freund, Liebe) steht für eine sexuelle Abweichung (Devianz), die am besten als sexueller Drang nach einem unüblichen Sexualobjekt oder nach unüblicher Art sexueller Stimulierung beschrieben werden kann.

Heute werden Paraphilien als psychische Störungen im DSM-IV-Katalog, sowie unter dem Begriff „Störung der Sexualpräferenz“ (F65) in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision (ICD-10) klassifiziert. Die Diagnose einer sexuellen Vorliebe als Paraphilie ist jedoch häufig umstritten und unterliegt historisch und soziologisch einem kontinuierlichen Wandel, der sich in einer andauernden Überarbeitung und Diskussion seitens der Herausgeber beider diagnostischer Handbücher spiegelt.

- Paraphilie bedeutet sexuelle Deviation oder Perversion in der Terminologie der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA) und ihrem Lehrbuch, dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV).

- Störungen der Sexualpräferenz ist dagegen der Versuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Lehrbuch, der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10), sexuelle Deviation bzw. Perversion bzw. Paraphilie mit einem eigenen, bisher neutralen, wenngleich etwas ungewöhnlichen Fachbegriff zu umschreiben.

 

Klassifikation nach ICD-10

  • sonstige, die Sexualität betreffende Störungen (Störungen der Sexualpräferenz bzw. Paraphilien bzw. sexuelle Deviationen gemäß internationalem Diagnoseschema ICD-10) sind z.B.

    • Störungen der Geschlechtsidentität (ein Mann will eine Frau sein und umgekehrt), wenn sie vom Betroffenen als Störung oder die Lebensqualität einschränkend erlebt wird

    • störende Andersartigkeit

    • sexuelle Straftaten (alle Formen von Missbrauch, Belästigung, Nötigung... )

    • Automasochismus

    • BDSM / 'Sadomasochismus'

    • Erotophonie

    • Exhibitionismus

    • Frotteurismus

    • Gerontophilie

    • Kleptomanie mit sexueller Komponente

    • Koprophilie, Koprophagie

    • Nekrophilie

    • Pädophilie

    • Sodomie (auch: Zoophilie, sodomistischer Sadismus)

    • Transfetischismus bzw. Transvestitismus

    • Urolagnie

    • Voyeurismus

     

  • Keine Sexualstörungen im eigentlichen Sinne, aber mitunter damit verbunden:

 

 

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