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Transvestitischen Fetischismus

Als Transvestitischen Fetischismus im engeren Sinne bezeichnet man jene Form des Fetischismus, bei dem selbstgetragene Bekleidung eines anderen Geschlechts das Objekt der Erregung ist. Im ICD-10 (International Classification of Diseases / Internationale Klassifikation der Krankheiten) wird Transvestitischer Fetischismus als Persönlichkeitsstörung (Störung der Sexualpräferenz) geführt. In diesen Fällen handelt es sich um einen Fetischismus, der mit Tranvestitismus, welcher Ausdruck der Geschlechtsidentität ist, zu unterscheiden ist. Auch einzelne Fetische haben einen transvestitischen Anschein, weil es den betreffenden Fetisch (fast) nur als Frauenbekleidung gibt; Nylons oder High Heels zum Beispiel.

Transvestitismus bzw. Cross-Dressing hat keineswegs zwangsläufig etwas mit sexuellen Handlungen oder sexueller Erregung zu tun. Man muss zwischen sehr unterschiedlichen Motivationen für dieses Verhalten unterscheiden; wobei sich in jedem Einzelfall die Motivationen jedoch überschneiden können:

  • Es kann Teil eines sexuellen Spiels, beispielsweise eines Rollenspiels sein, ohne dabei Fetischcharakter zu haben.
  • In einem SM-Szenario kann der unterlegene männliche Partner zur Demütigung / Erniedrigung Frauenkleider anziehen müssen; dies wird oft Forced Feminization genannt.
  • Es kommt vor das Männer sich danach sehnen, einmal eine submissive oder passive Rolle einnehmen zu wollen, können dies aber nicht mit ihrem Begriff von Männlichkeit vereinbaren. Aus diesem Grunde tragen sie Frauenkleider, da sie Devotheit bzw. Passivität nur mit einer Frauenrolle in Einklang bringen können.

Einige Männer genießen es andersgeschlechtliche Kleidung zu tragen, weil diese sich einfach nur gut anfühlt. Wieder Andere fasziniert der Gedanke, ein Mitglied des anderen Geschlechts zu sein und sich im Spiel auch so zu verhalten. Dann gibt es Männer die es sogar wagen, als Frau gekleidet in die Öffentlichkeit zu gehen und dort eventuell nicht als Mitglied des anderen Geschlechts erkannt werden. In einigen Fällen geht es auch nur um die Spannung einer erfolgreichen Umwandlung in eine Gestalt der Phantasie.

 

Transvestitismus verstehen

In diversen Lexika wird der Transvestit als "Person mit dem Trieb, die Kleidung des Gegengeschlechts zu tragen, in Verbindung mit sexueller Erregung" beschrieben.

"T r a n s v e s t i t i s c h - von trans entgegengesetzt und vestitus gekleidet, mit diesem Namen wird nur das Augenfälligste der Erscheinung getroffen, weniger der innere rein psychologische Kern"

Transvestitismus, ein von Magnus Hirschfeld 1910 geprägter Begriff, ist von der Transsexualität und Homosexualität zu unterscheiden: die meisten Transvestiten sind heterosexuell. Wissenschaftlich werden Männer als Transvestiten definiert, die zeitweilig ihre Geschlechterrolle wechseln.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten um annähernd erklären zu können, warum sich der Hang zu Transvestitismus in einer männlichen Person entwickelte:

1. ein Mann lebt in einer sozial stark männlich orientierten Rolle. Um abzuschalten und neue Kraft zu tanken, lebt er seine feminine, weiche Seite aus. Er nimmt sozusagen eine Art "Auszeit" vom harten, männlichen Leben.

2. er ist sexuell vorwiegend auf sich fixiert und gleichzeitig stark heterosexuell orientiert. Der Unterschied von Mann und Frau ist für ihn sehr reizvoll. Auf diese Weise wird der vorhandene Narzissmus ausgelebt.

3. der starke Wunsch seiner Eltern, sich intensiver ein Mädchen gewünscht zu haben, verfolgt ihn so sehr, dass er nun zu Teil diese weibliche Rolle lebt.

Es könnten hier noch sehr viele weitere Faktoren aufgezählt werden, doch das würde hier zu weit führen.

Fazit: Ein Transvestit ist ein Mann, der sich gerne als Frau kleidet. Er ist mit seinem männlichen Körper relativ zufrieden, muss aber aus den unterschiedlichsten Gründen seine weibliche Seite hin und wieder ausleben. In den meisten Fällen geschieht das in völliger Verborgenheit. Fast 90 Prozent aller Transvestiten leben ihre Neigung nur im Geheimen aus. Ungefähr 82 Prozent sind heterosexuell, 15 Prozent sind bisexuell und 3 Prozent homosexuell.

Reflexionen über die Ursachen sind sicherlich angebracht, um sich selber besser zu verstehen. Den eigenen Transvestitismus zu verleugnen, wäre ungesund und nicht die beste Lösung. Sich selber verstehen lernen und zu akzeptieren wie man ist, sollte der angestrebte Weg sein.

 

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